Was früher eine kleine Truppe war, die an ihrem Computer Webseiten zusammengebastelt haben, die einzig und allein darauf abgezielt haben User auf die Seite zu ziehen um dann die (meist Amazon) Affiliate Provision zu kassieren hat sich mit der Zeit zu einer nicht mehr wegzudenkenden Branche entwickelt. Die Rede ist von Suchmaschinenoptimierern, kurz SEO’s. Wer heute auf Google & Co. Gefunden werden will, kommt ohne sie nicht mehr aus. Doch was machen die Mädel’s und Jungs der SEO Szene da eigentlich den ganzen Tag und wie kann man einen Beruf ergreifen zu dem es lange keine „richtige“ und anerkannte Ausbildungsmöglichkeit gab?

Wie man nun SEO wird, was man da den ganzen Tag macht und einige andere Fragen wird uns SEO Freelancer Mihael Duran heute beantworten.

Was macht ein SEO?

Die Aufgaben eines SEO sind tatsächlich sehr umfangreich. Nur die wenigsten SEOs dürften die meisten Bereiche abdecken. Ich denke, dass eine gewisse Spezialisierung sogar von Vorteil ist. Beim SEO unterscheiden wir Onpage- und Offpage-Maßnahmen. Unter Onpage verstehen wir alle Maßnahmen, die auf der eigenen Webseite durchgeführt werden können. Das sind technische Verbesserungen, Optimierung der Inhalte und Ladegeschwindigkeit. Offpage sind Maßnahmen außerhalb der eigenen Webseite. Also überwiegend der Aufbau von Backlinks, die auf die eigene Webseite zeigen.

 

Wie wird man SEO?

Tatsächlich ist dies eine Frage, die sich derzeit im Wandel befindet. Inzwischen gibt es spezialisierte Studiengänge für Online- oder Digital-Marketing. Dort kann man sich sehr gut zum SEO ausbilden lassen. Für Quereinsteiger gibt es zudem bereits eine Vielzahl an IHK-Fortbildungen zu dem Thema. Ich selbst gehöre noch zu den klassischen SEOs. Nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften habe ich mir selbst die notwendigen IT-Kenntnisse angeeignet. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Informatiker, die sich die notwendigen Marketingkenntnisse aneignen.

 

Was sollte ein SEO mitbringen?

Vor Allem ein gutes analytisches Verständnis und ein großes Interesse an technischen Fragestellungen. Eine gute Grundausbildung in IT oder Wirtschaft ist zudem sehr hilfreich. Den Rest kann man sich dann mit viel Fleiß aneignen.

 

Wieviel verdient man als SEO?

Das ist sehr unterschiedlich. Als Berufseinsteiger hat man es ohnehin gerade sehr schwer. Je nach Qualifikation sollte das Bruttojahresgehalt derzeit zwischen 40.000 und 75.000 Euro liegen. Bei einem Junior entsprechend vielleicht auch weniger. Ein absoluter Experte kann auch schon mal mehr bekommen.

 

Was war dein ungewöhnlichster Auftrag?

Die spannendsten Geschichten darf man aufgrund von Verschwiegenheitsklauseln leider nicht erzählen. Ungewöhnlich, aber vielleicht nicht so spannend, fand ich den Handwerker, der gar nicht mehr Kunden über Google gewinnen wollte. Manchmal möchte man nur eine bestimmte Kundengruppe besser ansprechen.

 

Wie wird sich das Jobbild in den nächsten Jahren verändern?

Den Teil der Professionalisierung der Ausbildung hatte ich bereits angesprochen. Ein anderer großer Punkt ist denke ich die zunehmende Automatisierung. Viele einfache Dinge werden künftig durch KI-Anwendungen automatisiert werden können. Der SEO wird so noch mehr zum Manager und Berater werden müssen.

 

Corona – Fluch oder Segen für deinen Job?

Eigentlich beides. Natürlich streichen manche Kunden ihr Marketingbudget zusammen. Andererseits müssen viele Unternehmen gerade jetzt digitaler werden. Das ist der lokale Händler, der auf einmal einen Online-Shop braucht. Oder einfach nur alle, die sich jetzt überlegen, wie man im Internet Kunden besser ansprechen kann.

 

Wenn du die Wahl hättest: Würdest du wieder in diesen Beruf ergreifen oder etwas anderes machen?

Die Frage ist für mich einfach zu beantworten, da ich bereits andere Berufe ausgeübt habe. Ich bin sehr glücklich mit dem was ich tue. Meine Arbeit ist spannend, abwechslungsreich und ich kann davon leben. Also ja, ich würde es wieder tun.

 

Welchen Tipp würdest du jemanden geben der diesen Beruf ergreifen möchte?

Nutzt die heutigen Möglichkeiten der Ausbildung! Auch wenn die Blogs voll sind mit Geschichten, wie sich SEOs ihr Wissen selbst angeeignet haben. Früher ging das nun mal gar nicht anders. Aber heute gibt es gute Ausbildungen und Studiengänge.

 

Hat sich Deine Sicht auf das Internet durch Deine Arbeit als SEO verändert?

Ja, absolut. Man vertraut den Suchergebnissen weniger, weil man besser versteht, wie diese zustande kommen. Ich bin kritischer und schaue mir auch mal die Ergebnisse jenseits von Seite 1 an.

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