In Deutschlands Kellern und Speichern stapeln sich Utensilien, Krimskrams und Antiquitäten, deren Werte schätzungsweise in die Milliarden gehen. Das Geschäft mit altem Schmuck, staubigem Porzellan und angelaufenen Münzen erlebt seit Jahren einen Boom. Internet Plattformen wie catwiki.de oder TV-Sendungen wie Bares für Rares legen davon eindrucksvoll Zeugnis ab.

Antiquitäten verströmen ihren ganz eigenen Reiz. Nicht selten verbirgt sich in Omas Nachlass ein Schatz und die Suche nach alten Vasen, wertvollen Möbeln und Uhrenklassikern wird zum spannenden Unterfangen. Manche durchforsten Second-Hand-Shops und lassen keinen Flohmarkt aus, immer auf der Suche nach dem Hauptgewinn. 

Und dann gibt es noch professionelle Antiquitätenhändler, welche die Stücke schätzen und einordnen sowie ankaufen und verkaufen. Der Handel mit Antiquitäten kann ein interessanter Zeitvertreib, ein ausfüllendes Hobby oder ein abwechslungsreicher Beruf sein. Vor allem ist es aber eine Beschäftigung, mit der Geld zu verdienen ist, haben viele Stücke doch einen außerordentlich hohen Preis. Wer sich näher mit Antiquitäten beschäftigen möchte, sollte sich allerdings zuerst um die Basics kümmern und sich mit der Welt der alten Sachen eingehender beschäftigen.

Grundlegendes beim Verkauf von Antiquitäten

Der Begriff Antiquität leitet sich aus dem lateinischen „Antiquitas“ ab und bedeutet in der Übersetzung „Altertum“. Antiquitäten sind Raritäten oder Altertümer, die in der Regel mindestens hundert Jahre auf dem Buckel haben sollten. Dabei umfasst die Entstehungszeit der Stücke die lange Zeitspanne zwischen Antike und Neuzeit. Die meisten Objekte wurden nicht zwangsläufig dafür geschaffen, um als Sammlerstück zu gelten, weisen aber oft hohe künstlerische oder kunsthandwerkliche Eigenschaften und Werte auf.

Dabei sind viele Antiquitäten einfache Utensilien für den täglichen Bedarf oder Geräte, die mit der Zeit immer seltener geworden sind. Bereits vor unserer Zeitrechnung war es üblich, dass vor allem betuchtere Bevölkerungsschichten sich dem Antiquitätenhandel widmeten. So umgaben sich die alten Römer gerne mit Skulpturen aus der Zivilisation des antiken Griechenlands. Adlige und Geistliche des Mittelalters beeindruckten mit der Ausstellung seltener Gegenstände und zeitgenössischer Maler ihre Untertanen. Der Übergang zwischen Antiquitätenhandel und Kunsthandel ist somit nicht immer nachzuvollziehen.

Wer nun also ein Stück in seinem Keller oder auf Omas Speicher gefunden hat, muss in einem ersten Schritt den Wert ermitteln. Nur so kann festgestellt werden, ob es sich tatsächlich um eine Antiquität handelt, mit der ein erkleckliches Sümmchen zu erzielen ist, oder um Ramschware, die trotz eines altertümlichen Aussehens keinen Prozess der Wertsteigerung durchgemacht hat.

Ein Laie erkennt schwerlich die Unterschiede. Eine Möglichkeit besteht darin, die vermeintliche Antiquität zum Pfandleiher zu tragen. Das ist erwiesenermaßen kein besonders kluges Vorgehen, hält sich die Auszahlung für Antiquitäten im Pfandhaus doch auf übersichtlichem Niveau. Auch von dem Versuch, das gute Stück direkt auf dem Flohmarkt zu versilbern, sei abgeraten. In der Regel finden sich dort nur selten spezialisierte Käufer, die den Wert einer Rarität erkennen.

Eine bessere Idee scheint es da, den nächsten Antiquitätenhändler oder Juwelier aufzusuchen und um eine Einschätzung zu bitten. Üblicherweise ist diese Schätzung mit einem direkten Kaufangebot des Händlers verbunden. Antiquitätenhändler sind ausgewiesene Spezialisten und können den Wert eines Objekts durchaus bestimmen. Da die Händler mit hohen Gewinnmargen rechnen, ist ein Verkauf gleich bei der ersten Gelegenheit nicht zu empfehlen. Zumindest aber kann ein erster Orientierungswert ermittelt werden.

Die höchsten Preise werden auf Auktionen erzielt. War dieser Umstand bis vor einigen Jahren noch mit großem Aufwand verbunden, erlaubt es das Internet, sein wertvolles Stück quasi vom Küchentisch aus dem Meistbietenden zu offerieren. Virtuelle Auktionshäuser wie catwiki.de erlauben eine kostenlose Registrierung und kümmern sich um alle Laufwege.

Das Auktionshaus beschäftigt mehrere Spezialisten, die sich unparteiisch um die Expertise kümmern. Auktionsplattformen bringen Millionen von Interessenten aus aller Welt zusammen, von denen nicht wenige ausgewiesene Sammler, geneigte Investoren oder Fachleute von Museen sind.

Diese Art von Käufern liefern sich oft einen „Bieterkrieg“, aus dem ein hoher Verkaufspreis resultiert. Zudem sind Auktionshäuser an einem hohen Verkaufswert interessiert, finanzieren sie sich doch über Provisionen.

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Wichtige Merkmale von wertvollen Antiquitäten

Die Vielfalt von Antiquitäten erschwert auf den ersten Blick eine einheitliche Klassifizierung. So weisen z.B. Gemälde andere Attribute zur Einschätzung auf als Erstausgaben von Büchern oder Schallplatten. Zudem ändert sich der Zeitgeist. Waren vor 20 Jahren noch alte Bauernschränke aus Weichholz sehr beliebt, sind es heute skandinavische Designermöbel, die Höchstpreise erzielen. 

Traveller room with old furniture, red brick wall and houseplants

Ein wichtiges Merkmal, um eine Antiquität zu bestimmen, ist sicher das Alter bzw. die Epoche, in der das Werk entstanden ist. Ein guter Allgemeinzustand spricht erst einmal dafür, dass das Stück hohe Preise erzielt. Wichtig ist dabei die Vollständigkeit einer Serie und ob die Originalverpackung noch vorhanden ist.

Bei Edelmetallen und Porzellan sind es Punzen, nach denen gesucht werden sollte. Objekte wie Fehldrucke, die sich durch ein besonderes Teil oder eine fehlerhafte Farbgebung von der restlichen Serie abheben, erzielen ebenso höhere Preise wie Bücher mit Widmungen des Autors oder Gemälde mit echten Signaturen. 

Trotzdem kann sich der interessierte Laie an einigen generellen Merkmalen orientieren, um schon auf den ersten Blick festzustellen, ob es sich bei dem betreffenden Stück um Ramsch handelt oder ob er ein interessantes Objekt in der Hand hält. Wer sich im Zweifel befindet, fragt erst beim Experten nach, bevor er u.U. eine wertvolle Statue für immer auf dem Recyclinghof versenkt. Aber auch an der folgenden Liste kann sich orientiert werden.

  • Erkennungszeichen von historischem Schmuck: Echter Antikschmuck ist zu 100% handgefertigt. Das grenzt ihn von moderner Massenware ab. Da in vorindustrieller Zeit nur hochwertige Materialien zur Schmuckherstellung verwendet wurden, ist ein entsprechender Gewinn zu erwarten.

    Dabei gibt der Prägestempel den entscheidenden Hinweis, zeigt er doch den Gehalt des Edelmetalls an. Bei Diamanten muss der Betrachter darauf schauen, ob diese passgenau ins Schmuckstück eingearbeitet sind oder nur aufgeklebt wurden. Die Echtheit des Diamanten dagegen ist vom Hobby-Antiquar eher schwieriger zu bestimmen, diese Arbeit sollte dem Fachmann überlassen werden.
  • Luxusuhren und ihr Werdegang: Bei Luxusuhren beginnt die Wertermittlung mit der Frage der Authentizität. Im Laufe der Zeit unterliegen Uhren bedingt durch Wartung und Reparaturen einiger Veränderungen. Dabei ist es von enormer Wichtigkeit, dass Ersatzteile aus Originalteilen bestehen. Nur dann ist der Werterhalt gesichert. 

Zudem ist die Historie zu beachten, damit die Echtheit bestätigt werden kann. Asiatische Expertisen unterliegen dabei Zweifeln und sollten mit Vorsicht genossen werden. Das Vorhandensein der Originalbox erhöht das Vertrauen.

  • Merkmale antiker Möbel: Der erste Schritt bei der Einordnung eines angeblich antiken Möbelstücks ist die Klärung der Frage nach der Epoche. Dabei tritt die Materialschau in den Fokus. Hatte doch jede Stilrichtung ihre ganz eigenen Präferenzen bezüglich des verarbeiteten Holzes. So wurden hochwertige Barockmöbel (Ende des 16. Jahrhunderts bis ca. 1765) in der Mehrheit aus wertvollem Nussbaum oder Rosenholz gefertigt. Die Kunsthandwerker des vorrevolutionären Biedermeier (1815-1848) bevorzugten Kirschholz. Die dem Klassizismus zuzuordnende und von Napoléon Bonaparte vorangetriebene Stilrichtung des Empire (ca. 1795-1815) dagegen verschrieb sich dem Mahagoni.

Wertvolle Möbel aus vergangenen Zeiten bestechen durch ihre überaus detailgetreue Verarbeitung. Dabei sind die Rücken und Kanten meist etwas ungleichmäßig, glatt und weich. Wenn das Möbelstück scharfe Kanten und Ecken aufweist, kann davon ausgegangen werden, dass bei der Herstellung eine Kreissäge verwendet wurde. Das bietet einen Anhaltspunkt bezüglich der Entstehungszeit, kam dieses moderne Werkzeug doch erst ab 1840 bei der Möbelproduktion zum Einsatz.

Ein weiteres nicht unwesentliches Merkmal bei der Einordnung von antiken Möbeln ergibt sich wie bei den Uhren durch die Authentizität. Das bedeutet, dass das jeweilige Stück zu 80-90% aus Originalteilen bestehen sollte. Ist es aus verschiedenen Möbelteilen zusammengesetzt, umgebaut oder überrestauriert, dann bleibt auch der Wert limitiert. Demgegenüber wird ein Möbelstück mit der Signatur einer berühmten Werkstatt oder eines bekannten Möbelschreiners erst richtig wertvoll.

  • Teure Kunst oder Ramsch? Dabei trennt sich die Spreu vom Weizen! Das Erkennen von Gemälden ist eher einfach und auch der Hobbysammler wird nicht überfordert. Drucke sind eher weniger wert als echte Gemälde. Um den Unterschied zu erkennen, muss die Bildoberfläche geprüft werden. 

Kunstdrucke sind glatt und bei echten Gemälden ist die Textur des Pinselstrichs ertastbar. Ein weiteres Merkmal ist die Signatur, die sich, falls vorhanden, entweder rechts oder links unten befindet. Auch bei Skulpturen ist es die Signatur oder der Stempel, die entscheidende Hinweise auf den Bildhauer geben. Bei hochwertigen Kunstgegenständen sollte dann natürlich ein Fachmann von catawiki.de für die Expertise herangezogen werden.

  • Antikes Porzellan oder irdene Keramik? Um Geschirr auf seine Wertigkeit zu überprüfen, kommt es auf die Lichtdurchlässigkeit an. Während diese bei billiger Keramik nicht gegeben ist, scheint das Licht bei hochwertigem Porzellan leicht durch. 

Ein entscheidendes Merkmal ist die auf dem Boden der Tasse oder des Tellers aufgedruckte Marke. An dieser wird die Epoche erkannt, aus der das Porzellan stammt.  Während ein Goldrand nicht unbedingt Hinweise auf den Wert eines Stückes gibt, liefert das Muster aufschlussreiche Hinweise. Als Beispiel stelle man sich das berühmte Zwiebelmuster von Meißner Porzellan vor.

  • Alte Münzen schätzen: Wer alte Münzen selbst bestimmen will, muss etwas Aufwand betreiben, grenzt die Numismatik doch an eine wissenschaftliche Disziplin. Der Kauf einer starken Lupe und einer Präzisionswaage ist dabei Voraussetzung. Damit können Kratzer entdeckt und das genaue Gewicht bestimmt werden. Zudem bedarf es des Vergleiches von Auktionsergebnissen und einer Selbstschulung über Kataloge, Referenzbücher und des Meinungsaustausches mit Experten auf Münzmessen.

Der erste Schritt ist die Prüfung der Echtheit. Konnte diese festgestellt werden, muss die Seltenheit und die Herkunft ermittelt werden. Wichtig sind die Materialeigenschaften und das Gewicht. Bei neueren Münzen kann auch eine Zertifizierung dazu beitragen, den Wert zu ermitteln. Wer vor dem Aufwand zurückschreckt, gibt die Münzen in die erfahrenen und vertrauensvollen Hände der Experten von catawiki.de.

Welche Höchst-Preise wurden bei Antiquitäten erreicht?

Zwar erreichen Online-Auktionshäuser wie catawiki und ebay noch nicht die Höchstpreise, wie sie z.B. Sotheby´s in London erzielt, doch die Margen sind beträchtlich. 

Ohne Weiteres werden für 12-teilige Meißner Porzellansets 220.000 € aufgerufen. Eine goldene Taschenuhr von Girard Perregeux stand für 56.000 € im Angebot und ein Ölgemälde aus dem ersten Jahrzehnt des letzten Jahrhunderts erzielte noch satte 12.755 €.

Geld verdienen durch Arbitrage von Antiquitäten

Dank des Internets hat der Antiquitätenmarkt globale Dimensionen angenommen. Zeitgleich werden Gemälde, Skulpturen, Münzen oder sonstige Antiquitäten auf verschiedenen Märkten angeboten. Das eröffnet auch Playern ohne eigentliche Ware die Chance, gutes Geld zu verdienen.

Das sogenannte Arbitrage-Modell entlehnt sich dem Börsengeschäft und besteht darin, die verschiedenen Gebote und Kursunterschiede auszunutzen, wenn ein Objekt an unterschiedlichen Orten zeitgleich zum Verkauf steht. Ziel ist eine risikolose Gewinnmitnahme, die innerhalb eines begrenzten Zeitraums möglich ist. 

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Das Geschäftsmodell wurde im 14. Jahrhundert in Italien entwickelt. Es fußt darauf, ein Objekt auf einem preisgünstigen Marktplatz zu erwerben und zu einem besseren Preis auf einem teureren Markt zu verkaufen. Selten kommunizieren verschiedene Märkte nämlich untereinander und so bleiben die Preisdifferenzen bestehen.

Im Falle von Antiquitäten kann dieser Umstand spielerisch ausgenutzt werden, indem z.B. ein Wertobjekt bei Ebay gekauft und dann bei catawiki zu einem höheren Preis zeitnah wieder verkauft wird. Dabei sollte sich auf handliche Objekte wie wertvollen Schmuck, Münzen und Luxusuhren konzentriert werden. Bei sperrigen Gütern verschlingen ansonsten die Transformationskosten einen guten Teil der Gewinne.

Steigern Sie den Wert Ihrer Antiquitäten beim Verkauf

Damit sich die Antiquität in einem für den Verkauf am besten geeigneten Zustand befindet, gibt es abhängig vom jeweiligen Stück mehrere Methoden. Um den Wert einer Antiquität zu steigern, kommt es vor allem darauf an, das Objekt in einen guten optischen Zustand zu bringen, ohne es zu beschädigen. So eignet sich beim Tafelsilber oder nicht zu alten Münzen ein Pflegemittel und ein weiches Tuch, um den alten Glanz wieder herzustellen.

Das gilt übrigens für alle Metalle. Gold muss glänzen und dafür muss es poliert werden, bevor es zum Kauf angeboten wird. Bei antiken Münzen kann diese Methode schon problematischer sein. Oft ist es die Patina, mit der das exakte Alter bestimmt werden kann. Deshalb ist es besser, sie im Originalzustand in dafür vorgesehene Plastikhüllen zu stecken.

Auch bei antiken Möbeln sollte man Vorsicht walten lassen. Oft denkt der Verkäufer, ein abgesprungenes Stück wieder ankleben oder ein beschädigtes Scharnier austauschen zu können. Der Experte erkennt das sofort und der Wert wird durch diese Eingriffe besonders bei teuren Stücken empfindlich gemindert. Oft ist es deshalb ratsam, sich von einem Restaurateur beraten zu lassen.

Ganz den Experten von catawiki überlassen werden sollte die Aufbereitung von antiken Büchern oder Gemälden. Wenn der Laie sich daran macht, Schmutzreste auf herkömmliche Art zu entfernen, wird in der Regel mehr zerstört als geholfen. Papier und Leinwand unterliegen dem Zahn der Zeit und sind vor allem anfällig für Staub und Schimmel. UV-Licht lässt sie vorschnell altern. Deshalb ist die beste Art des Schutzes, die antiken Stücke in Plastikfolie oder hinter Glas zu positionieren.

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