Im Bezug auf den Bitcoin erscheint das Coronajahr wie eine Blaupause des Jahres 2017. Verschaffte sich die digitale Währung doch damals zum ersten Mal weltweite Reputation. Die 2009 entwickelte Kryptowährung befand sich bis Ende 2016 im Dornröschenschlaf. Im Februar des darauffolgenden Jahres ging dann die Post ab. Innerhalb von 10 Monaten kam es zu einer Bitcoin Revolution. Von überschaubaren 1.000 Euro sprang die Digitalwährung binnen 10 Monate auf mehr als 15.000 Euro. Viele wurden im Rekordtempo reich und die es schafften, ihre Bitcoins im rechten Moment zu verkaufen, blieben es auch. Denn so schnell es mit dem Bitcoin nach oben ging, so rasant verlief auch die Talfahrt im Jahre 2018. Um die Weihnachtszeit erreichte die Internetwährung einen Tiefstand von 2.600 Euro. Bei vielen, die später eingestiegen waren, fielen die Geschenke um einiges kleiner aus als geplant. 

Nun erleben wir in diesem Jahr ein Déjà-vu erster Güte. Wer den Bitcoin Kurs live beobachtet, erkennt die Riesensprünge, welche die Währung seit März vollzieht. Just dieser Tage befindet sich der Bitcoin wieder in den Sphären des Allzeithochs von vor drei Jahren. Viele Anleger und solche, die es noch werden wollen, überlegen nun, ob es noch Sinn macht, auf den Zug zu springen. Es dürften aber weit mehr Anleger sein, die sich fragen, ob sie nicht ihren Bitcoin im Internet verkaufen sollen, um die voraussichtlich einsamen Weihnachtstage wenigstens mit einem prall gefüllten Euro-Konto zu erleben.

 

Platzt wieder eine Blase?

Vieles spricht dafür. Besteht doch die Gefahr, dass sich nach der nun über neun Monate anhaltenden Hausse Euphorie breitmacht. So wird von Insidern der Zeitpunkt genannt, wenn ein Asset überbewertet ist und die professionellen Anleger Kasse machen, indem sie ihre Positionen in großem Stil auflösen und Bitcoin in Euro wechseln. Die Gefahr eines Absturzes könnte in greifbarer Nähe sein.

Und so raubt vielen Bitcoin-Anlegern ihr Investment gerade den Schlaf. Gibt es doch genügend Beispiele eines rasanten Absturzes eines vormals hoch bewerteten Assets. Die Älteren werden sich noch an die Dot.com-Blase oder den tiefen Fall der Telekom erinnern. Noch gar nicht so lange her ist auch das Finanztheater um die Immobilienblase in den USA, welche unzählige Werte des Finanzsektors in die Pleite trieben. Bis heute hat sich z.B. die Deutsche Bank nicht erholt von den damaligen Verwerfungen.

Zudem herrscht im Krypto-Markt eine ausgeprägte Volatilität, was der Spekulation Tür und Tor öffnet. Die Rolle anonymer Besitzer riesiger Bitcoin-Vermögen sorgt immer noch für ein gewisses Misstrauen. Versuchen diese Wale genannten Anleger doch durch platzierte Großverkäufe den Preis künstlich zu drücken, um dann wieder überdimensional aufzustocken. 

 

Manches ist heute anders

Einige Parameter sind heute aber differenziert zu bewerten. So hat sich der Markt in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt. Es wird von ernsthaften Plänen gesprochen, die manche der großen Zentralbanken hegen, um das Thema Blockchain ins Zentrum ihres Interesses zu tragen. Zahlreiche große Banken sind schon eingestiegen. Auch wer der Bankenwelt mit Misstrauen gegenübersteht, muss zugeben, dass dies einen gewissen Vertrauensvorschuss ins Krypto-System darstellt. Als beispielhaft mag der Sinneswandel von JPMorgan gelten. 2017 hatte deren Chef den Bitcoin noch als Betrug gewertet. Heute bezeichnen Analysten des Geldhauses das virtuelle Geld als mögliche Alternative zu Gold, mithin der „sichere Hafen“ auf dem Börsenparkett.

Auch der Bezahldienst PayPal erweist dem Bitcoin einen Vertrauensvorschuss. Seit einigen Wochen akzeptiert das weltweit führende Bezahlsystem das Krypto-Geld als Währung. Der britische Krypto-Experte Glen Goodman haut in die gleiche Kerbe und glaubt keinesfalls an das Ende der Fahnenstange. Er geht davon aus, dass mit einem neuen Rekordhoch der Bitcoin wieder die Schlagzeilen dominiert und den Mainstream aufweckt. Dass könnte das dumb money zum Einstieg motivieren, was den Hype sogar noch anfeuern würde.

 

Beide Seiten haben stichhaltige Argumente

Und so halten sich die Aussichten wieder mal die Waage. Optimisten denken daran, dass der Bitcoin sich am Beginn einer Blasenbildung befindet und die großen Gewinne noch zu machen sind. Einige reden schon von der 100.000er Marke. 

Und die Pessimisten sehen im Status quo den Moment des Verkaufs, weil sie glauben, die Blase könne jeden Moment platzen.

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