Es gibt zahlreiche unvorhersehbare Ereignisse, die eine Geldausgabe nach sich ziehen. Plötzlich gehen die Waschmaschine oder das Auto kaputt, ohne die man in der Regel aufgeschmissen ist. Vielleicht findet sich auch ein reizvolles Schnäppchen, sei es ein verlockendes Urlaubsangebot oder ein lang ersehnter Computer. Es ist ein Leichtes, auf das eigene Konto zurückzugreifen und den Dispositionskredit zu nutzen. Allerdings sollte man sich das zweimal überlegen, denn viele Geldinstitute verlangen astronomisch hohe Zinsen für die Überziehung.

 

Großer Unterschied zwischen Dispo- und Kreditzinsen

Dass Banken ordentlich zur Kasse bitten, wenn es um die Kontoüberziehung geht, ist allgemein bekannt. Laut den Angaben der Stiftung Warentest beträgt der durchschnittliche Dispozinssatz zurzeit 9,68 Prozent. Er kann aber auch noch extremer sein: Teilweise berechnen Geldinstitute sogar 12,43 Prozent von der überzogenen Summe. Ist der vereinbarte Dispositionsrahmen ausgeschöpft und geht der Kontoinhaber darüber hinaus, besteht die Möglichkeit, dass sich der Zinssatz um weitere fünf Prozent erhöht. Schon immer war eine Kreditaufnahme günstiger als die Überziehung des Kontos. Die aktuelle Niedrigzinspolitik erhöht die Attraktivität von Darlehen um ein Weiteres. Im Mai 2020 lag zum Beispiel der effektive Jahreszins für private Konsumkredite im Durchschnitt bei 5,93 Prozent.

 

Online-Kreditvergleiche: empfehlenswert für die Auswahl eines Geldinstituts

Selbstverständlich gibt es bei den Filial- und Direktbanken gleichfalls unterschiedliche Konditionen. Bestenfalls führt man einen Online-Vergleich durch, um ein individuell passendes Angebot ausfindig zu machen. In der Regel lässt sich direkt auf den Portalen auch ein Darlehensantrag stellen. Potentielle Kreditnehmer genießen dadurch folgende Vorteile:

  • weniger Zeitaufwand – Man erspart sich das Aufsuchen verschiedener Banken, über den PC erhält man schnell und unkompliziert verschiedene Anbieter auf einen Blick
  • geringere Zinssätze – Wer einen Kreditvertrag über das Netz abschließt, trifft in der Regel auf einen günstigeren Zinssatz als bei der Hausbank. Er wirkt sich sowohl auf die Kosten als auch monatlichen Raten positiv aus.
  • unabhängige Beratung – Während eine Filialbank ausschließlich die eigene Produktpalette vertritt, erhält man über ein Online-Vergleichsportal eine breit gefächerte Beratung bezüglich verschiedener in Frage kommender Kreditgeber und ihrer Angebote.

 

Foto – Alison Pang – Unsplash

 

Alternativen zur Geldbeschaffung

Handelt es sich um kleine Beträge, die nicht von einem Tag auf den anderen benötigt werden, gibt es einige Möglichkeiten für einen kurzfristigen Geldverdienst. Dazu gehören unter anderem, ein paar Überstunden wöchentlich an der Arbeit zu leisten oder ab und an eine Blutplasmaspende. Damit lassen sich die Finanzen ein wenig aufstocken, ohne dauerhaft durch Zins- und Ratenzahlungen belastet zu sein.

Wer schnellstmöglich über eine bestimmte Summe verfügen möchte, hat allerdings meist nur die Wahl zwischen einem Dispositionskredit oder einer Darlehensaufnahme. Vorteilhaft bei ersterem ist, dass weder eine Bonitätsprüfung noch irgendwelche Anträge und das Warten auf die Bewilligung nötig sind. Bezüglich der Zinsen zieht man mit ihm jedoch eindeutig den Kürzeren.

Negative Aspekte des Dispos

Den meisten Menschen mit regelmäßigem Einkommen steht ein Dispokredit zur Verfügung. Banken machen es ihren Kunden damit leicht, mehr Geld auszugeben, als ihr monatliches Budget hergibt. Generell könnte man es als eine tolle Sache ansehen, wären da nur nicht die hohen Überziehungszinsen. Laut Umfragen ist ein Drittel der Disponutzer immer mal wieder mit einem Mindestbetrag von 500 Euro im Minus. Die Schuldnerberatungsstellen gehen sogar davon aus, dass knapp die Hälfte der Kontoinhaber regelmäßig im Soll ist. Ihrer Erfahrung nach handelt es sich dabei häufig um Beträge von über 3.000 Euro. Sie weisen darauf hin, dass die Inanspruchnahme des Dispos für viele der Einstieg in eine Schuldenfalle ist.

Wer sein Konto überzieht, ist meist davon überzeugt, dieses problemlos mit der nächsten Gehaltsüberweisung ausgleichen zu können. In der Realität sieht es jedoch oft anders aus: Jeden Monat reichen die Einnahmen nicht aus, der Dispokredit wird immer mehr ausgeschöpft, irgendwann ist das Limit erreicht und man sitzt auf dem Trockenen. Die hohen Zinsen fallen weiterhin an und erhöhen die Verschuldung. Der Weg zurück zu einem Kontostand im Plus ist schwer.

Pflicht der Geldinstitute

Banken und Sparkassen sind seit dem Jahr 2016 zur finanziellen Beratung ihrer Kunden verpflichtet, sollte das Konto über einen längeren Zeitraum im Minus sein. Die Pflicht besteht, wenn eine mehr als 75-prozentige Ausschöpfung des Dispos über einen Zeitraum von sechs Monaten vorliegt. Der Fokus des beratenden Gesprächs liegt auf kostengünstigeren Alternativen. Häufig dulden Geldinstitute Überziehungen über den festgelegten Dispobetrag hinaus. Sind mehr als 50 Prozent erreicht, ist bereits nach drei Monaten ein ausführliches Gespräch angesagt. Grundsätzlich müssen zudem Banken und Co. die Zinshöhe für den Dispokredit auf ihrer Webseite angeben.

Gegenüberstellung Dispo und Bankkredit

Aus vorbezeichneten Ausführungen ergibt sich vor allem, dass ein Kredit in Bezug auf die effektiven Jahreszinsen deutlich attraktiver ist. Einige Finanzexperten empfehlen, sich vorsichtshalber überhaupt keinen Dispo einräumen zu lassen. Zu leicht kommt man in Versuchung, diesen auch zu nutzen.

Im Gegensatz dazu wird die Aufnahme eines Kredits häufig gründlich überlegt. In den meisten Fällen gehört eine Bonitätsprüfung dazu, die so manch einem Menschen die Augen über die eigenen finanziellen Verhältnisse öffnet. Die Darlehensbeantragung bietet außerdem die Möglichkeit, die Abtragung der Schulden individuell und flexibel zu gestalten, ohne dass die Zinsen den Kreditbetrag ins Unermessliche erhöhen. Es können kleinere Monatsraten über einen längeren Zeitraum vereinbart werden. So fällt die Begleichung des ausstehenden Geldbetrages deutlich leichter.

Vorteilhaft am Dispo ist der schnelle Zugriff auf die Kreditsumme ohne irgendwelche Vertragsmodalitäten zu berücksichtigen, wenn dringend sofort ein Betrag benötigt wird. Allerdings hat dies auch seine negative Seite, denn das Verschuldungsrisiko ist hoch. Da es beim Überziehungskredit keine feste Rückzahlungsvereinbarung gibt, tun sich viele Disponutzer schwer, das Konto zurück in den grünen Bereich zu bringen.

Über den Autor

Ähnliche Beiträge

Diese Seite verwendet Cookies, diese werden erst nach klicken auf den akzeptieren Button gesetzt. Wenn keine Cookies gesetzt werden sollen, dann ignoriere diese Meldung mehr Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen